WELCHE EXTERNEN EINFLÜSSE BEEINTRÄCHTIGEN VERTRAUEN?

Die Vorteile immer größerer und offenerer Märkte auf der Welt werden in den Augen vieler Menschen inzwischen durch die daraus resultierenden Nachteile des Kostenwettbewerbs mit Niedriglohnländern mehr als aufgehoben. Die Gefahr von Arbeitsplatzverlust, Verdrängung und Verfall des Wohlstands erzeugt Zukunftsangst. Vertrauen in die Führung erfordert daher immer stärker, die Strategie des Unternehmens im globalen Wettbewerb zu verdeutlichen.


Die globale Finanz und Wirtschaftskrise hat wegen ihrer Undurchsichtigkeit und den enormen Auswirkungen einzelner Fehlentwicklungen und Spekulanten zu allgemeiner Verunsicherung über die wirtschaftliche Zukunft und die Steuerbarkeit des Wirtschaftssystems insgesamt geführt. Vertrauen in die Führung erfordert daher immer stärker die Balance von Risikobegrenzung und Bewahrung der Unternehmensstärken bei der Zukunftsausrichtung.


Durch das Vordringen von Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik in Wirtschaft und Gesellschaft ist die Abhängigkeit von diesen Systemen stark gestiegen. Die Menschen durchschauen deren komplexe Funktionsweisen immer weniger und stehen bei Systemfehlern und Missbrauch immer hilfloser gegenüber. Vertrauen in die Führung erfordert daher immer stärker, die Beherrschbarkeit der technischen Systeme und ihre verantwortungsvolle Nutzung zu sichern.

 

Der Rückgang gemeinsamer kultureller und religiöser Prägung zugunsten einer pluralistischen Gesellschaft hat zu einer zunehmenden Fragmentierung und zu ständigem Wandel von Wertvorstellungen einzelner gesellschaftlicher Subkulturen geführt. Entsprechend unterschiedlich und veränderlich sind die Motivationen. Vertrauen in die Führung erfordert daher immer stärker, im Unternehmen eine gemeinsame Wertbasis entstehen zu lassen.

Immer mehr greift die Meinung um sich, dass Führungskräfte grundsätzlich eigennützig und unglaubwürdig sind. Die Häufung von spektakulären Fällen von Vorteilsnahme und Steuerhinterziehung sowie Verstöße gegen Recht und Sitte durch einzelne Spitzenführungskräfte in Wirtschaft und Politik haben dazu beigetragen, verstärkt durch eine unnachgiebige publizistische Behandlung. Vertrauen in die Führung erfordert daher immer stärker, durch integeres Verhalten und offene Kommunikation Vertrauenswürdigkeit unter Beweis zu stellen.


Die Medien und die immer schneller entstehenden Internet-Communities greifen kontroverse Themen, Fehlverhalten von exponierten Personen und Meinungsbewegungen immer schneller auf und üben einen explosiven Einfluss auf das emotionale Engagement der Öffentlichkeit aus, oft einseitig und polemisch. Vertrauen in die Führung erfordert daher immer stärker, dieses Phänomen und seine Gefahren, aber auch seine Chancen zu berücksichtigen und mit ihm kompetent umzugehen.

 

Der Verlust an Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit von Politikern, Experten und Führungskräften der Wirtschaft und die Wertefragmentierung in der Gesellschaft haben zu prinzipiellem Misstrauen gegen jede Art von Position und Institution geführt. Misstrauen ist die Grundhaltung in der Gesellschaft geworden. Vertrauen in die Führung erfordert daher immer stärker, im Unternehmen eine Vertrauensbasis zu schaffen, die auf Vertrauenswürdigkeit und zuverlässigen Verhaltensweisen und Absprachen beruht.


Die vielfältigen Fehlentwicklungen und nicht gehaltenen Versprechen von Politikern, Experten und Führungskräften der Wirtschaft haben zu Vertrauensverfall gegenüber ihrer Aussagen und Fähigkeiten geführt. Die Menschen akzeptieren Autorität nicht mehr als solche, sondern fordern Transparenz, um ihr eigenes Urteil zu bilden. Vertrauen in die Führung erfordert daher immer stärker Überzeugung und Involvierung der Betroffenen.